Sonntag, 10. Februar 2013

Politischer Generationenwechsel

Die Zeiten, in denen ein neuer Kaiser in Deutschland gekrönt wurde, sind lange vorbei und auch jene, in denen der erstgeborene Sohn eines Fürsten dessen Regierungsgeschäfte nach seinem Abtreten übernehmen musste. In dieser Zeit, welche wir als "Moderne" bezeichnen, üben jene Menschen die Macht in Europa aus, die auch danach streben und nicht jene, die ein Geburtsrecht darauf haben.

Liegt es also in unserem Interesse, so streben wir eine politische Laufbahn an oder, wenn das Gegenteil zutrifft, so lassen wir es bleiben; in unserer freien Gesellschaft ist keiner dazu verpflichtet, diesen oder jenen Beruf auszuüben.
Doch unser System, die Demokratie, steht vor dem Scheitern, wenn das Interesse für Politik und gesellschaftliches Engagement nahe Null ist. Unsere Zukunft lebt vom Handeln der Gegenwart, nur durch Taten im Hier und Jetzt sichern wir uns unser eigenes Fortbestehen.
Abgesehen von aktiver Politik bedarf es in einer funktionierenden Demokratie aber auch des allgemeinen Interesses der Bürger für jene Prozesse, welche ihr Leben begleiten und in Bahnen lenken, die ein gesamtgesellschaftliches Zusammenleben erleichtern. Doch genau dieses Interesse fällt mir häufig nur durch deren offensichtliche Abwesenheit auf.
Umso schöner ist es also, wenn auch Vertreter der jungen Generation die Bedeutung der Politik verstehen, wenn man selber als Jugendlicher auf Gleichgesinnte trifft, die ähnliche Prioritäten setzen und und trotz verschiedener politischer Ausrichtungen das gleiche Ziel teilen: politische Bildung und Aufklärung zu betreiben. 
Diesem Ziel hat sich ein neues Bloggerkollektiv verschrieben, aufrufbar unter aenderungsbereit.de, zu deren Autoren auch ich mich zählen darf. Wir schreiben aus der Perspektive europäischer Jugendlicher, die wir sind. Wir fühlen uns der Demokratie und deren Prinzipien verpflichtet und lassen nicht zu, dass ausgerechnet unsere Generation als jene in die Geschichte eingehen soll, die den Untergang politischen Denkens verursachte.

 
Wir haben nicht darauf gewartet, dass uns das Zepter politischen Denkens überreicht wurde; wir nahmen uns die Krone des modernen Menschen, denn wir sahen unsere Zeit als gekommen an, unsere Stimmen in den Äther des Netzes zu schicken.
Solange man jung ist, hat man noch Visionen; Visionen, verkörpert durch Ideologien; Ideologien, die wir verantwortungsbewusst vertreten wollen. Und der erste Schritt dahin ist die Übernahme der Verantwortung für das eigene Handeln.
Die Vergangenheit prägt uns, bevormundet uns aber nicht, die Gegenwart erstickt uns, ist ein starres Konstrukt, und die Zukunft ist wandelbar und wird doch von uns geprägt.