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Sonntag, 27. April 2014

Kill, eat, and die.

Wir wissen Schönheit nicht mehr zu schätzen, weil sie in Massen auftritt.
Tagtäglich werden uns Ideale vorgeführt; Ikonen der Kunst, der Musik, der Literatur. Das Netz verbindet uns alle, und so sehen wir die Spitze aller Schichten Tag für Tag, ohne dass uns in den Sinn kommt, dass wir somit immun gegen die einfache Schönheit werden.
Wir laufen eilig am Straßenkünstler vorbei. Es könnte ein gefeierter Tenor sein. Oder ein erstklassiger Cellist aus der nächsten Philharmonie. Wir würden ihn trotzdem nicht beachten, denn die Masse tut es auch nicht. Wir bezahlen den Eintritt in die Oper und klatschen, weil es alle tun. Wir hören Musik der globalisierten Pop-Kultur, entweder die Charts oder jene Musik, von der wir denken, dass wir zur coolen Hipster-Gesellschaft gehören, wenn man Band-Namen auflisten kann, die keiner kennt.
Wir können uns nicht mehr an der Einfachheit und Schlichtheit erfreuen; wir lassen uns treiben, wie tote Fische im Strom. Wir schießen von uns 50 Bilder im Bad, angeln uns die fünf besten, photoshoppen davon drei und laden dann das beste hoch, zusammen mit der Überschrift „Spontanes Selfie“. Wir schminken uns, setzen virtuelle Masken auf und sagen, wir würden Goethe, Voltaire und Hobbes kennen. ... dabei kennen wir nicht mal uns selbst.
Kennen deine Freunde und Freundinnen dich auch ohne Make-Up? Weißt du, was „direkt und ehrlich“ bedeutet? Kannst du noch Bücher aufschlagen oder sind selbst Wikipedia-Zusammenfassungen für dich zu anstrengend?




net_efekt, CC BY-NC 2.0

Die Menschheit ist nicht dumm geworden. Das war sie schon immer. Nein, aber faul ist sie geworden. Das Leid anderer interessiert uns nicht. Hauptsache, uns geht es gut. Wir sind so naiv zu glauben, dass andere alles richten werden. Wir sagen, jemand wird sich schon darum kümmern, und vergessen, dass wir selbst „jemand“ sind.
Wir kaufen Dinge, die wir nicht brauchen, und andere erst recht nicht. Aber vielleicht verschenken wir trotzdem eben jene Dinge an Menschen. Menschen, die wir möglicherweise nicht mal mögen. Ein neues Auto? Wieso nicht. Ich habe bereits eines, aber das ist älter als das meines Nachbarn. Ein weiteres Handy? Aber gerne. Meins ist doch mindestens 2 Jahre alt, wie kann ich mich nur damit blicken lassen.
Ja, natürlich gibt die Politik kaum andere Leitbilder vor. Wieso auch, wir leben schließlich im Kapitalismus und wir denken, Fortschritt entsteht nur durch Konsum. Kauf, bis du stirbst. Kill, eat, and die. Oh ihr Schafe, braucht ihr denn immer jemanden, der euch etwas vorlebt?

Frank Weber, CC BY 2.0


Das heutige Töten und die moderne Sklaverei macht doch so viel mehr Spaß als vor 200 Jahren, als man den Sklaven und Sklavinnen noch direkt ins Gesicht sehen musste. Für Europäer*innen arbeiten mehr als 20 Menschen pro Person. Und jene modernen Sklav*innen musst du nicht mal sehen, denn sie leben nicht in deinem Haus, nicht in deiner Stadt, wohl nicht mal in deinem Land oder auf deinem Kontinent. Nein, ihre erdrückende Armut und ihr menschenunwürdiger Lebensstil, den Anblick ihrer Augen, welche den Glanz der Hoffnung verloren haben, und die Körper, zerschunden von täglicher, schwerer Routine-Arbeit, all das musst DU nicht mit ansehen, denn wenn du dies hier liest gehörst du mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu den obersten 15% der Menschheit.
Doch der Luxus blendet uns stets. Die obersten 10% wären doch auch toll. Ein Haus mit Swimming-Pool, ein Ferien-Appartment in Bankok oder Rio, eine Goldkette mit Diamanten versehen...
Menschheit, mach die Augen auf, und kümmere dich um die Schwächsten, bevor du deinem Luxus immer wieder aufs Neue höhere Maßstäbe anlegst!


Ira Gelb, CC BY-ND 2.0

Sonntag, 27. Januar 2013

Die Logik der Moral

Was ist moralisch? Was ist gut, richtig, erlaubt, gestattet, der Situation und den Umständen angemessen? Was ist mir geboten und gesetzt, woran muss ich mich halten, was ist heilig und unantastbar und unwiderruflich festgeschrieben?

http://bit.ly/VgICm3

Wie Du handelst, wie Du denkst und redest, all das hängt von vielen verschiedenen Kriterien ab. Je nach geografischer Lage, sozialem Umfeld, religiöser und politischer Einstellung, Erfahrung, gesellschaftlichen Strukturen und wohl auch genetischer Vorherbestimmung verhält sich jeder in der gleichen Situation anders.
Doch wir alle sind gebunden an die Forderungen der Gesellschaft. Forderungen, die wir, so wir nicht als Außenseiter enden wollen, erfüllen müssen. Und genau daher kommt auch die Definition dessen, was moralisch ist: von der Gesellschaft.

Wir lernen bereits in jungen Jahren, dass ein Mord zu verachten ist und dass ein Massenmord schlimmer ist als ein Einzelmord und dass der Holocaust all solche Taten übertrifft. Wir lernen, dass man den Besitzer eines wertvollen Verlustobjektes suchen sollte, dass man nicht über Fehler anderer lacht und stets die Goldene Regel beachten sollte: „Was du nicht willst, dass man dir tu', das füg' auch keinem anderen zu.“
Schon im Alter von 5 Jahren kennen die meisten Menschen die Bilder des Bösen, die Feinde der gesitteten Zivilisation, das zu Bekämpfende. Mag der Feind in Gestalt eines Hitler-Bildes in Erscheinung treten, als Osama Bin Laden, Bush, Satan, Jesus oder als Ruinen eines ehemals berühmten Gebäudes, welches nunmehr in Schutt und Asche liegt, weil eine böse und unmoralische Person es zerstörte.
Ebensowenig wie die Religion und die politische Einstellung kann ein kleines Kind die moralische Ansicht beeinflussen; sie wird ihm eingetrichtert, indoktriniert. Ein Kind leistet keinen Widerstand, ein Kind begehrt nicht auf, denn es hatte vorher keine eigene, fest verankerte Meinung. Dies ist auch der Grund, warum viele große und mächtige Religionen, Sekten, politische und gesellschaftlich orientierte Organisationen und sogar Wirtschaftskonzerne ihren Einfluss schnellstmöglich auf Kinder ausweiten wollen.
Und irgendwann trifft der im jungen Alter indoktrinierte Mensch auf eine andersdenkende Person und dann erst besteht die Chance eines Wandels. Denn woher, wenn nicht durch den Kontakt und durch Kommunikation mit anderen Individuen, soll die Moral und die Lebenseinstellung kommen?

http://bit.ly/X4mBIv (editiert)

Der Mensch als Einzelperson kann nicht bestehen, kann nicht handeln und denken, wenn er nicht vorher dazu angeleitet wurde. Zu dem, was wir sind, werden wir erst durch die Gesellschaft gemacht.
Und ob wir dies nun als schlecht oder gut empfinden, dass wir nicht eine wahrhaft eigene Moral aufbauen können, dies hängt wiederum von unserer eigenen Moral ab. Das ist nicht paradox, das ist real.
Denn Moral ist ein Lebensprinzip, ein Muster unserer Handlungen, eine Denkweise, die uns hilft, alles in Kategorien einzuteilen.
Und dank der menschlichen Anomalie, unserer Andersartigkeit des Einzelindividuums in der gleichartigen Masse wird jeder von uns immer jemanden finden, der sagen kann: „Du handelst unmoralisch!“

Die Moral hindert uns an einer freien Entfaltung, die Moral ist das Unmoralischste überhaupt!
Die Logik steckt in der Notwendigkeit ihrer Existenz. Ohne die Bewertung von Tatsachen sind wir nicht fähig zu handeln. Empfinden wir etwas für gerechtfertigt, so führen wir es aus. Trifft das Gegenteil ein, so lassen wir es. Und ist die zweite Situation der Fall und wir werden zur Tat gezwungen, so gehen wir selbst daran zu Grunde. Ein Mensch, zwei Wege, drei Konsequenzen.

http://bit.ly/Wvhu38

Doch die Frage ist stets: Was gestattest Du Dir selber? Denn mag die Gesellschaft Dich auch in eine Rolle drängen, die Du gezwungenermaßen einnimmst, dein Gehirn wird dadurch nicht außer Kraft gesetzt. Die Entscheidung liegt bei dir.

Sonntag, 20. Januar 2013

Ungerechtigkeit

Die Welt ist ungerecht! Das ist ein Fakt, wir wissen es alle, keiner leugnet es. Doch das ist kein Naturgesetz. Es ist nicht vorherbestimmt, dass die Welt ist, wie sie ist. Doch was schert die Erste Welt, was ungerecht ist?


Ungerechte Welt

Gesättigte, verschwenderische westliche Welt,
Zu haben ist alles für gutes Geld.
Supermärkte mit vollen Regalen -
Kein Problem für alles zu zahlen.

Voll gefüllte Körbe und Karren,
durch die vielen Reihen schnarren.
Man sieht nur Menschen, gut genährt,
kaum jemand läuft - alles fährt.

Essensreste, tonnenweise
gehen auf die Müllplatz-Reise.
Vom Greise bis zum Kind
sieht niemand, dass andere hungrig sind.

In Afrika, dem schwarzen Land,
Hunger stets viele Opfer fand.
Aufgetriebene Kinderbäuche, starre Mienen,

Fliegenschwärme, Infektionen
in fast allen heißen Zonen.
Massengeburten, Massentod -
äußerste Armut, größte Not.

Wie ist das alles so ungerecht !
Hier geht es so gut und dort so schlecht,
Denken wir wirklich genug daran,
wie man wirksam helfen kann?


Karl-Heinz Fricke (2005; http://bit.ly/WPQyKD)


http://bit.ly/WwdYWL


Wir sagen, wir seien der Maßstab der Zivilisation. Wir berufen uns auf Menschlichkeit, Gleichheit, Frieden und Freiheit. Und auf Gerechtigkeit!
Wir haben den Reichtum, wir haben die Mittel, uns geht es gut und wir beklagen uns trotzdem. Unsere Bedürfnisse der Minimal-Existenz sind bei Weitem gedeckt, doch wir verlangen mehr. Stets fordern wir noch ein Stück vom Kuchen; ein weiteres Haus, ein weiteres Auto, eine weitere Wahl der konservativen Parteien, damit in Europa der Luxus herrscht und in Afrika das Elend. Solange wir nicht betroffen sind, fürchten wir uns nicht vor der Not, dem Mangel, dem Elend. Wir sind nicht vom Schmerz betroffen. Wir wissen, was die Medien berichten, mit der Perspektive des Westens.

http://bit.ly/pu6WCL

"Was kann ich denn schon Großes ändern, was kann ich bewirken?" magst Du fragen und vielleicht auch bedauernd den Kopf schütteln, wenn Du Bilder siehst, wo Napalm regnet, wenn Du von Bomben hörst und Selbstmordanschlägen, wenn Dich Terrorbilder begleiten und das Kanonenfeuer aus der Tagesschau Dich schockiert. Du bist die einzelne Stimme, eine Stimme unter Milliarden, und doch bewirkt sie was. 

"Ein Volk sollte keine Angst vor seiner Regierung haben, eine Regierung sollte Angst vor ihrem Volk haben." (Film-Zitat aus "V wie Vendetta")

Deine Einstellung beeinflusst alle um Dich herum, dein Lebensstil bewirkt eine Veränderung der Gesellschaft. Es ist eine eigene, geringe Politik der kleinen Schritte, eine Politik, wie sie auch im großen Maßstab ausgeführt werden muss und doch kaum zur Anwendung kommt. Wenn das System scheitert, lebt die Gesellschaft wieder auf. Oder aber der Kollaps wird vermieden und "die da oben" leiten einen Wandel ein. Doch was, wenn sie das nicht tun? Was wenn, alles versagt, wenn der freie Kapitalismus um sich greift und ein Abgrund entsteht? Dann zählt eines, was sogar im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland verankert ist: das Widerstandsrecht.

http://bit.ly/XsH9sg
Doch erst, wenn das Denken sich wandelt, wenn der Mensch versteht, dass Ungerechtigkeit nicht zwangsläufig ein Bestandteil des Lebens sein muss und wenn wir als intelligente Spezies auf diesem Planeten die Verantwortung für unsere Taten akzeptieren, erst dann kann ein Wandel einsetzen.
Unser System setzt eine buckelnde Menschheit voraus, ein Volk von Dienern und Versklavten der Oberschicht. Die Macht des Kapitals verführt den Menschen. 
Der Unterschied zur Ausbeutung des 19. Jahrhunderts ist das Verhältnis. Die Anzahl jener, die zu weit vom Luxus entfernt sind, um ihn jemals erleben zu können, ist dramatisch gesunken. Seit Jahrzehnten nimmt die Mittelschicht unaufhörlich zu. Doch irgendwann kommt der Moment, wo wir merken, dass es unmöglich ist, dass 100% in Saus und Braus leben. Und auch 70% können es nicht sein. Nicht, wenn die Ungerechtigkeit erhalten bleibt, nicht, wenn der brutale Finanz-Kapitalismus erhalten bleibt und erst recht nicht, wenn selbst wir als gebildete Bürger einer Erste-Welt-Demokratie nicht aufstehen, um zu bezeugen, dass wir uns nicht von allen Menschen unterscheiden. Wir sind nicht besser oder schlechter, es gibt kein von Gott berufenes Volk, keine Herrenrasse. 

Die Menschheit ist eins, und wer das verleugnet, mag sich seinem Gewissen unterwerfen und sich fragen, ob dies noch den Idealen der Menschlichkeit entspricht.
 

Sonntag, 6. Januar 2013

Das Grundbedürfnis nach Freiheit

Unser Streben als Menschen gilt und galt schon immer der Unabhängigkeit. Ob nun als Volk von einem größeren Staat, als Gruppe vom Volk oder als Einzelne(r) von der Gesamtgruppe, stets wollen wir noch autonom bleiben und sind immer bestrebt, alle nur erdenklichen Mittel einzusetzen, um dieses Ziel zu erreichen.
Doch warum? Warum vertrauen wir darauf, dass wir besser handeln, wenn wir nicht kontrolliert werden? Warum denken wir, dass die Freiheit uns zu besseren Menschen macht?
Selbst im angestrebten Kommunismus kann nicht jeder Mensch individuell handeln, denn das würde das Gesamtprinzip gefährden. Zudem setzt das System einen anderen Menschen voraus.
Anarchie ist das Ideal der absoluten Freiheit, dafür existiert keine Sicherheit im Leben. Trotzdem wird dieser Zustand von manchen angestrebt, genauso wie der Kommunismus trotz seiner Unerreichbarkeit vielen ein Ziel ist. Doch ist es deswegen ein sinnloser Kampf?
Das höchste Gut des Menschen ist sein Ideal. Es kann ihm nicht genommen werden; die Gedanken sind frei.

http://tinyurl.com/acm575m

Gegen bestehende Ungerechtigkeiten anzukämpfen ist niemals sinnlos, denn erst dadurch kommt es zum erwünschten Wandel. Dass ein angestrebter perfekter Zustand niemals erreicht werden kann, mag so manch einem/einer RevolutionärIn nicht einleuchten (diese Demotivierung wäre auch gar nicht mein Ziel), doch dem Ideal so nahe wie möglich zu kommen, dies kann ein realer Endzustand sein.
In Europa haben wir erfolgreich das System der Demokratie aufgebaut. Dabei sind wir als Bürger nicht vollständig frei (was eben das unerreichbare Schlussziel ist) und hundertprozentig demokratisch wird auch in naher Zukunft kein Staat werden, doch dem Idealzustand angenähert ist besser, als immer noch in einer Autokratie zu leben. Ein moderner Monarchist, Neofaschist oder Anhänger einer anderen Art von Despotismus ist sicherlich in der Lage, Vorteile seines angestrebten Systems zu erläutern. Würden jedoch jene Menschen in solch einem Staat leben, würden sie sich wiederum andere Verhältnisse wünschen. Das Ende der Freiheit ist der Beginn der Diktatur, eine Diktatur setzt auf die Macht einer einzelnen Person oder einer Elite-Gruppe, welche mit höherer Macht ausgestattet ist. Und Macht korrumpiert. Menschen sind wankelmütig, doch allgemein lässt sich immer sagen, dass sie dort leben wollen, wo sie glücklich sind. Und Glück ist ohne Freiheit nicht denkbar.

http://tinyurl.com/b6g73nh (editiert)
Ein passender Appell an die Leser dieses Blogs wäre wohl: Seid, was ihr sein wollt, werdet, was ihr noch nicht erreicht habt und verwirklicht eure Visionen, ohne euch unterzuordnen. Ihr seid, was ihr denkt zu sein. Und wenn ihr aufhört zu denken, dann hilft auch alle Hoffnung nicht mehr.

... doch wer bin ich, euch zu sagen, wie ihr euer Leben gestalten sollt? 
Denn schließlich seid ihr 
FREI!

Sonntag, 23. Dezember 2012

Die Sehnsucht nach dem Ende

Wieder ist ein Jahr vergangen und auch einen weiteren Weltuntergang haben wir überlebt. Welch ein Wunder! Aber halb so schlimm; nicht lange, und es wird wieder ein(e) selbst ernannte(r) ProphetIn kommen und das Ende prophezeien. Oder die Medien werden dies tun, denn diese haben mittlerweile die Kunst des Hypens zur Perfektion gebracht. Kein Thema, abgesehen vielleicht von der Debatte um "das Gott" und die anhaltende Krise, haben die Vierte Gewalt in letzter Zeit so sehr beschäftigt wie das Ende des Maya-Kalenders am 21.12.2012.

http://tinyurl.com/cdnv9ml

Warum eigentlich? Nun, zum einen ist es die Aufgabe der Medien, die Menschen zu informieren, mag das Informationsmaterial auch noch so mies sein. Zum anderen versuchen die Konzerne, die dahinter stehen, so viel Geld wie möglich aus der Situation zu machen.
„Die Medien können nicht bestimmen, was die Menschen denken, aber sie haben einen großen Einfluss darauf, worüber sich die Menschen Gedanken machen.“, wie es in der Agenda-Setting-Forschung heißt. Die Menschen werden auf ein Thema eingeschossen, in allen Bereichen begegnet es einem; selbst vor diesem Blog macht es nicht halt. Eine vielfältige Berichterstattung ist dabei nicht vorgesehen, vielmehr wird die Leserschaft durch eine blühende Fantasie beeindruckt. Eine scheinbar explodierende Erde oder eine gefrierende Welt treibt den Adrenalinspiegel nach oben.
Die Schuld dieser Themengewichtung lässt sich jedoch nicht nur auf die Massenmedien abschieben. Auch der einzelne Mensch ist schuld, allerdings in einer Weise, die sich kaum beeinflussen lässt. Wir sehnen uns nach einem Ende; etwas Unendliches erscheint uns irreal, wir können es nicht begreifen. Wir kommen damit mehr oder weniger gut zurecht, dass wir sterben werden. Irgendwann wird der Zeitpunkt kommen, an dem wir diese Welt verlassen werden. Aber dass danach alles fortbestehen wird, ob nun mit oder ohne uns, das können wir schwer erfassen. Da ist uns ein kollektiver Untergang doch lieber und deswegen gab es auch schon so viele "Weltuntergänge", wie diese Liste eindrucksvoll aufzeigt.
Dass wir noch leben, haben wir nicht dem Umstand zu verdanken, dass uns irgendwelche Götter oder Sektenführer gerettet haben, dass Griechenland wieder eine höhere Bonitätsnote hat oder dass die Venus im 2. Haus nicht im 56°-Winkel zum Saturn steht. Die Welt wird sich weiterdrehen (oder die kosmische Schildkröte samt aufliegender Scheibenwelt wird weiterfliegen, je nach Ansicht) und bislang und auch in naher Zukunft wird die Menschheit zumindest darauf keinen Einfluss haben. Und gerade das ist es vielleicht, was unseren Planeten rettet.
Glücklicherweise ist der Mensch in den letzten Jahrhunderten und Jahrtausenden etwas klüger geworden und läuft nicht mehr mit der hysterischen, geleiteten Masse mit, obwohl es auch hier wieder Ausnahmen gibt. Vielleicht ist dies sogar der Fall, wo wir glücklich sein können, kein Schwarmwesen zu sein, wie ich es in meinem ersten Artikel "Von der Menschheit" erwähnte.
Die Ablehnung der Menschen eines - durch wen auch immer propagierten - angeblichen Endes gibt Anlass zur Hoffnung und diese stirbt bekanntlicherweise zuletzt.

Sonntag, 18. November 2012

Niemand denkt an Politik


Wie viele von euch haben sich schon einmal Gedanken über Politik gemacht? Ich nehme an (bzw. HOFFE stark), dass dies jede(r) irgendwann schon mal getan hat. Aber wie viele von euch haben sich mit dem Gedanken getragen, etwas zu verändern, zu verbessern?
Wer hat den Mut, Verantwortung zu übernehmen?
Wie kann man unsere Demokratie optimieren, wie kann man sie vor Feinden unserer Freiheiten und Rechte schützen?
Wer steht auf und wehrt sich, wenn ein fanatischer Einzelgänger oder eine elitäre Gruppe die Macht an sich reißen will?
Im Idealfall, in einer perfekten Demokratie, macht es das VOLK, sprich jede(r)! Alle sollten am Prozess der politischen Entfaltung unserer Gesellschaftsmeinung beteiligt sein. Von diesem Zustand ist unser System aber noch weit entfernt.
Und, geehrte LeserInnen, wer ist daran schuld? „Die Bonzen!“, „Der Pöbel!“, „Das System an sich, das funktioniert doch eh nicht!“ oder etwa „Die Götter, wir werden für unsere Sünden bestraft!“???
Weit gefehlt! Natürlich werde ich mit meinen Thesen keine unverbesserlichen FanatikerInnen überzeugen können und auch erwiesene DemokratInnen sind skeptisch, wenn ich behaupte: Egal welches System, an der Lage ist das Volk schuld!

Ich bitte um Empörung!

Dein Nachbar ist schuld am Nah-Ost-Konflikt, deine ehemalige Lehrerin von anno dazumal hat die Ölkrise zu verantworten und dein eigener Ururgroßvater hat Hitler gewählt?
Ja, ja und nochmals ja. Indirekt, über Umwege und selber kaum einen Finger gekrümmt, natürlich. Aber schlussendlich lässt sich nicht verleugnen, dass die Personen zu den entsprechenden Zeiten etwas hätten tun KÖNNEN.


 
"Deine Schuld" - Die Ärzte (covered)
 
Wenn es immer nur die gleichen Einzelgänger und Minderheitsgruppierungen sind, die sich gegen einen Negativtrend stemmen oder Widerstand leisten, dann braucht sich im Nachhinein niemand darüber zu beschweren, dass alles so schlecht ist, denn sie selbst tragen die Verantwortung.
Ist man ein Mitglied einer Gesellschaft, so bedeutet das auch, dass man bestimmte Rechte und Pflichten übernimmt, dass man der Gemeinschaft hilft und dass man eine Rückentwicklung des Ganzen vermeidet. DAS ist der Sinn menschlichen Zusammenlebens!

Sonntag, 11. November 2012

Von der Menschheit

Die Menschheit ist, wenn man es genau betrachtet, eine Schwarmintelligenz, bei der die Intelligenz nur deshalb nicht zum Vorschein kommt, weil die Verbindungen zwischen den einzelnen Individuen Mängel aufweisen. Der einzelne Mensch denkt egoistisch, denn er weiß nicht, was in den Köpfen der anderen vorgeht.

Ihr könnt diesen Blog als eine Art Abhilfe für dieses Problem ansehen. Denn alles, was ihr hier lest, entspringt den albtraumhaften Synapsenverbindungen eines Individuums der Spezies Mensch, sprich dem Hirn meiner Wenigkeit.
Abgesehen von Besserwissereien habe ich vor, in diesen Blog auch Anregungen, Meinungen und Fakten einfließen zu lassen. Diese Seite soll ein Quell des Wissens und der Weisheit werden. Andersgesagt: ich werde zum Zwecke der Bereicherung des menschlichen Geistes den Hüter der Philosophie konstituieren. Der Blog soll aber nicht ausschließlich durch mich alleine seinen Bestand legitimieren.

Deshalb bitte ich jede(n) LeserIn, diese Seite durch gehaltvolle und geistreiche Kommentare und Kritiken am Leben zu erhalten. Das Ziel des Blogs soll im Übrigen auch darin bestehen, die durch Hartz-IV-TV und Medienpropaganda ausgebildete Elite dieses Landes wenigstens etwas von Politik und Philosophie zu begeistern. Daher auch der Begriff „Politosophie“!


Doch zurück zu der von uns allen so geschätzten Menschheit. Diese ist meinen Erkenntnissen zufolge immer noch im Sol-System gefangen und leidet unter selbstverschuldetem Größenwahn; dies soll keineswegs eine Herabwürdigung der Leistungen dieser Spezies sein. Schließlich bin ich selber ja auch nur ein Mensch.

Aber um die Wahrheit zu sagen: irgendwann wird man den Zwiespalt, die Arroganz, die unlogischen Gedankenzüge und (wohl das Wichtigste, dass in keinem guten Werk fehlen darf) die fehlende Gerechtigkeit in unserer ach so menschlichen Gesellschaft leid.

Das wäre dann wohl ein guter Punkt, eine Revolution zu starten. Man muss nicht gleich einen Klassenkampf ausrufen. Vielmehr meine ich einen "gedanklichen" Umbruch. Die Revolution beginnt in den Köpfen der Menschen. Und die Geschichte zeigt uns auch stets: wenn die Menschheit nicht bereit ist, dann hat auch die perfekt geplante Umwälzung keinen Erfolg. Die Französische Revolution war eine Pleite, die Oktoberrevolution verfehlte ihre Ziele auch und die digitale Revolution hat keinen Gehalt, weil sie nicht beachtet wird. Doch lasst euch dadurch eure revolutionären Gedanken nicht vermiesen.

Tatsache ist doch, dass die Menschheit sich wandelt. Von Minute zu Minute, von Jahr zu Jahr; und jede(r) von euch ist ein Bestandteil des Ganzen. Egal in welchem System man lebt: Veränderung zum Positiven geht vom Einzelnen aus.